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JFV spielt den Meisterparty-Crasher

Bericht von Christian Roeben im GT Sportbuzzer (27.05.2017):

Breitenberg. Die B-Junioren des JFV Eichsfeld haben in Sachen Landesliga-Meisterschaft den Party-Crasher gespielt. Durch ihr 2:2 (2:0) gegen den Tabellenführer VfB Fallersleben wird das Titelrennen zwischen dem VfB und dem FC Eintracht Northeim – auf den die Eichsfelder am letzten Spieltag treffen werden – erst in der finalen Runde entschieden werden. Mit einem Auswärtserfolg im Eichsfeld wäre Fallerleben bereits durch gewesen. Jetzt muss der Ligaprimus am 10. Juni in Petershütte unbedingt gewinnen, um ganz sicher Meister zu sein.

Am Ende mussten sich die JFV-Jungs sogar ein bisschen ärgern, denn ein Sieg gegen den Spitzenreiter war bereits ganz nah. Erst zwei Minuten vor dem Abpfiff erzielten die Gäste per Strafstoß, den Fallerslebens Torwart Justin Brunotte sicher verwandelte, den 2:2-Endstand. Der Elfmeterpfiff von Referee Michael Markov (Göttingen-Leineberg), der ein Schubsen im Strafraum gesehen haben wollte, war jedoch sehr fragwürdig. „Eigentlich ist das ein guter Schiedsrichter, aber was er da gesehen hat, weiß ich auch nicht“, haderte Ludger Wüstefeld, Trainer des JFV Eichsfeld, nach dem Abpfiff.

Ansonsten hatte Wüstefeld aber allen Grund, stolz auf sein Team zu sein. Das war bei großer Hitze on fire, investierte läuferisch und kämpferisch viel und spielte auch sauberen Fußball nach vorne. „Wir haben das System umgestellt, haben mit zwei Stürmern gespielt. Dadurch konnten wir die gegnerischen Abwehrspieler früher unter Druck setzen und das Aufbauspiel von Fallersleben besser stören“, erklärte Wüstefeld.

Das Pressing kostete jedoch viel Kraft. Zudem schlug der JFV in der zweiten Halbzeit immer öfter lange Bälle nach vorne, denen die Angreifer hinterhersprinten mussten. „Ich konnte schon Anfang der zweiten Halbzeit nicht mehr“, erklärte Jan Kanngießer, die Nummer neun der Eichsfelder, der wahnsinnig viele Meter machte, aber dieses Mal ohne Tor blieb.

Für die Treffer des Heimteams zeichneten Elias Brämer (33.) und Luis Riedel (37.) verantwortlich. Brämers 1:0 war sehr spektakular: Die Nummer fünf drosch einen Freistoß aus der eigenen Hälfte in Richtung Fallerslebener Tor. Dessen Keeper Brunotte schätzte den Ball völlig falsch ein – statt ihn herunter zu pflücken, patschte er das Spielgerät über die eigene Linie. Technisch fein legte nur vier Minuten später Luis Riedel – dessen Schwester Anna-Lena momentan in Tschechien um die Schulmannschafts-WM kämpft – nach. Mittig freigespielt, lupfte er lässig mit links über den heranstürmenden Brunotte hinweg ins Eck zum verdienten 2:0-Halbzeitstand.

Im zweiten Durchgang versuchte der Tabellenführer, der in Erwartung eines dreifachen Punktgewinnes und der damit verbundenen Meisterschaft schon Fahnen am Spielfeldrand gehisst und ein Banner aufgehangen hatte, mehr Druck zu erzeugen. Spielerisch waren die Bemühungen des VfB jedoch nicht überzeugend. Erst nach dem 2:1 durch Luca Ruggiero, der einen Querpass seines Sturmkollegen Maxim Safronow aus zwei Metern über die Linie drückte (59.), bekam Fallersleben bei knapp 30 Grad Oberwasser. „Dass man nach dem Anschlusstreffer unter Druck gerät, ist normal. Insgesamt haben wir aber eine tolle Leistung gegen einen guten Gegner gezeigt“, erklärte Eichsfelds Coach Wüstefeld.

Hätte seine Nummer 15 Nick Dornieden seinen Kopfball aus wenigen Metern Entfernung in der 65. Minute völlig freistehend nicht über, sondern in den Kasten gesetzt, hätte der JFV wohl Saisonsieg zehn eingefahren. „Alles was wir uns vorgenommen haben, ist aufgegangen. Bis auf den Elfmeter gegen uns“, resümierte Wüstefeld.

Tore: 1:0 Brämer (33.), 2:0 Riedel (37.), 2:1 Ruggiero (59.), 2;2 Brunotte (78., FE)

Foto: ©Schneemann